EuroportfolioDE+AT: Communitycall: 23.9. E-Portfolios an Schulen.

http://www.eportfolio.eu/community/chapters/germany

Am 23. September 2015, 18 Uhr ist das österreichische Chapter von Europortfolio zu Gast beim deutschen Chapter! Schwerpunktthema der Online-Session ist „E-Portfolios an Schulen“, wobei Ergebnisse aus zwei Projekten vorgestellt werden:

  • Andrea Ghoneim von der Donau-Universität Krems wird vom EU-Projekt EUfolio berichten, zu dem sie hier eine übersichtliche Zusammenstellung in deutscher Sprache erstellt hat. Das im April 2015 abgeschlossene Projekt hat in fünf Ländern E-Portfolios an Schulen eingeführt und stellt eine umfangreiche Sammlung an Materialien zur Verfügung.
  • Petra Szucsich vom ZLI der PH Wien wird die österreichische Studie „ePortfolio for KidZ 2014″vorstellen. Knapp zehn Jahre, nachdem auf Initiative der Salzburg Research Forschungsgesellschaft erstmals E-Portfolios in Österreich ein Thema wurden, gibt die Studie einen Überblick über den E-Portfolio-Einsatz an Österreichs Schulen. In Einzelfallstudien werden besonders gelungene Beispiele vorgestellt, auch mit der Möglichkeit, in einzelne E-Portfolios direkt Einblick zu bekommen.

Moderiert wird die Session von Klaus Himpsl-Gutermann vom ZLI, der zusammen mit Andrea Ghoneim und Peter Groißböck (PH Niederösterreich) das Austrian Chapter von Europortfolio koordiniert.

Veranstaltungsankündigung: Europortfolio German Chapter Community Call – Lehrportfolios in der Weiterbildung 9. Juli 2015, 18.00 – 19.30

Das German Chapter der europäischen ePortfolio-Initative – Europortfolio –
lädt alle Interessierten zum Online-Community-Treffen zum Thema:

Lehrportfolios in der hochschuldidaktischen Weiterbildung

am Donnerstag, den 09. Juli 2015
von 18.00 bis 19.30 Uhr

in Adobe Connect https://webconf.vc.dfn.de/europortfoliode
(einfach als „Gast“ anmelden, der Meetingraum unter wird kurz vor dem Treffen geöffnet. )

Lehrportfolios gelten als wichtiges Instrument zur Reflexion und Darstellung von Lehrkompetenzentwicklung. Um der Lehre in Berufungsverfahren ein hohes Gewicht zu geben, empfiehlt auch der Wissenschaftsrat den Einsatz von Lehrportfolios. Wie unterschiedlich sie in der hochschuldidaktischen Weiterbildung genutzt werden können, zeigen Thomas Czerwionka und Oliver Tacke mit Nutzungsszenarien an der TU Braunschweig und Timo van Treeck mit der Umsetzung an der Fachhochschule Köln. Wir werden gemeinsam auch verschiedene Aspekte bei der Einführung von Lehrportfolios reflektieren.

Weitere Details entnehmen Sie bitte der Projektseite, auf der Sie auch über den Button „Join us” (oben) dem Europortfolio German Chapter beitreten können.

Europortfolio German Chapter Community Call – 29. Januar 2015, 18.00 – 19.30

Das German Chapter der europäischen ePortfolio-Initative – Europortfolio – ist da!

Das German Chapter wurde gegründet, um den Austausch, gemeinsame Initativen, Forschung und Projekte rund um die ePortfolios in verschiedenen Bildungskontexten, u.a. Schule, Jugendarbeit, Hochschule, Erwachsenenbildung, Betriebe und Unternehmen, Weiterbildung, zu fördern. Das German Chapter is offen für alle, die ein Interesse an dem Thema ePortfolio haben. Wir laden alle

Interessierten zu einem
ersten Online Community Treffen
am Donnerstag, den 29. Januar 2015
von 18.00 bis 19.30
in Adobe Connect: https://webconf.vc.dfn.de/europortfoliode
(einfach als „Gast“ anmelden)

Gerne können bereits vorher Anmeldungen zum German Chapter auf der Webseite:
http://www.eportfolio.eu/community/chapters/germany vorgenommen werden.

Wir freuen uns auf alle, die mit uns die gemeinsame Arbeit im 2015 gestalten möchten!

Timo van Treeck, Christian Kleinhanß, JProf. Dr. Matthias Rohs, Prof. Dr. Ilona Buchem,  Sibylle Würz, Jörg Hafer

Neue Impulse für die E-Portfolio-Arbeit – Das German Chapter der Europortfolio-Iniative!

Im Rahmen der Online Educa 2014 hat sich am 03.12.2014 das German Chapter des Europortfolio-Projekts gegründet. 

Ziel ist die Vernetzung von Akteuren aus allen mit E-Portfolios befassten Bildungsbereichen. Mit konkreten Aktivitäten, wie themenbezogenen Webinaren und Arbeitsgruppen, regelmäßigen Erfahrungsberichten und dem Aufbau eines Wikis sollen der Stand der Portfolio-Arbeit in Deutschland dokumentiert und weitere Entwicklungen (z.B.  gemeinsame Projekte und Studien) angestoßen werden.

http://www.eportfolio.eu/community/chapters/germany
Gründung des German Chapter des Europortfolio-Projekts auf der Online Educa Berlin

Weitere Informationen, Beitrittsmöglichkeit und Termine finden sich unter:
http://www.eportfolio.eu/community/chapters/germany

Eine Einführung in Mahara für Studierende in fünf Schritten

Ich bin kein absoluter Fan von Mahara. Das sicherlich vor allem deswegen, da wir nicht besonders gute Erfahrungen mit der NutzerInnenzufriedenheit in unseren Pilotprojekten gemacht haben. Der Eindruck hat sich gefestigt, dass die Bedienlogik der Oberfläche und die Herangehenslogik an Portfolio-Prozesse sich verfehlen. Und bei aller Sympathie für OS-Projekte werden diese eben auch leicht Opfer der „Featuritis“, die der Übersichtlichkeit meistens nicht zuträglich ist und oft wohl dann auftritt, wenn die Software schon in etwas reifere Jahre kommt (Mahara startete 2006, die erste Moodle-Version übrigens nur vier Jahre vorher). Sicherlich kann dieser Nachteil durch engmaschige Begleitung von neuen NutzerInnen weitgehend ausgeglichen werden und in vielen Fällen dürfte dass auch ein tragbarer Kompromiss sein, angesichts der Funktionalitäten und Prozesse, die Mahara inzwischen ziemlich gut abbildet.

Anlässlich einer neuen Pilotveranstaltung für die Portfolio-Nutzung habe ich mich also noch mal mit der Frage beschäftigt: Wie können neue NutzerInnen möglichst gut in die Nutzung von Mahara eingeführt werden, wobei „gut“ für mich erst mal damit gleichbedeutend ist, dass die NutzerInnen

  • die möglichst wenigen für das Szenario wesentlichen Funktionalitäten schnell kennenlernen und regelmäßig nutzen
  • schnell in die Situation gebracht werden, regelmäßig eigene Inhalte zu erstellen
  • einen „sense of ownership“ entwickeln können

Das Konzept der Portfolio-Arbeit, die eine Praxisphase in der
LehrerInnenausbildung begleiten soll, ist im Kern übersichtlich:

  • Es sollen regelmäßig Beiträge zu verschiedenen Themen und Ebenen der Praxiserfahrung verfasst werden. Dazu können weitere  Ressourcen (Dokumente, Fotografien, URLs etc.) gesammelt werden
  • Zum Zeitpunkt X werden aus Beiträgen und Ressourcen Abschnitte des Portfolios für die DozentInnen zugänglich gemacht und die Studierenden erhalten dazu Rückmeldungen

Weitere Nutzungsmöglichkeiten hatten wir erwogen (z.B. Aufgabenverwaltung, Peer-Feedback), es schien aber sinnvoll zunächst mit einer Basisversion zu beginnen. Entsprechend ist die Mahara Umgebung eingerichtet worden: Die Veranstaltung organisiert sich als Gruppe, Studierende nutzen Blog und Dateiablage zum Verfassen von Beiträgen und Sammeln von Ressourcen. Die Gestaltung und Freigabe einer Ansicht für die Dozentin entspricht der Einreichung des Portfolio-Abschnitts.

In eine Einführung umgesetzt hat sich nun folgender Ablauf ergeben:

Grafik Einführungsprozess Mahara
  1. Die neuen NutzerInnen werden zunächst Mitglied der Gruppe
  2. Sie können im nächsten Schritt ihr Profil vervollständigen, dabei wird nur um das Hochladen eines individuellen, nicht notwenigerweise persönlichen, Bildes oder Logos ausdrücklich gebeten, alles andere als Option beschrieben
  3. im dritten Schritt wird die Nutzung des Blogs für das Verfassen von Beiträgen erläutert

Für den überwiegenden Teil der Portfolio-Arbeit bilden diese drei Schritte die Grundlage (evtl. müsste die Arbeit mit Dateien und Medien hier noch ergänzt werden).
Die nächsten beiden Schritte spielen dann theoretisch erst zum oben genannten Zeitpunkt X eine Rolle:

  1. Die NutzerInnen gestalten eine Ansicht.
  2. Die Ansicht wird freigegeben.

Ende vergangener Woche starteten wir mit der Einführung und der Bereitstellung von Materialien zu den Schritten Eins bis Drei. Ich bin gespannt, ob die Teilnehmer*innen mit dieser Art einer Einführung zurechtkommen. Der kleine Workshop war jedenfalls erst mal ganz vielversprechend, will heißen ich verspürte die Bereitschaft, sich durchaus einmal auf das Experiment einzulassen. Besonders interessiert mich ob und wenn ja welche Möglichkeiten die TeilnehmerInnen auf „eigene Faust“ entdecken: Ich denke, dass wir nach der Einführung aller fünf Schritte (geplant im Laufe zweier Wochen) weitere Hinweise und Möglichkeiten einfach „einstreuen“ werden. Wer sich für dafür interessiert, den stelle ich hier auch das Arbeitsblatt zur Verfügung, dass in der Einführungsveranstaltung genutzt wurde.

Aufzeichnung der Buchvorstellung „E-Portfolios an der Schnittstelle von Studium und Beruf“ verfügbar

Am 09.04.2014 hatten wir die Gelegenheit das Buch “E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf” durch den den (Mit-)Herausgeber Benno Volk in einer Adobe-Connect-Sitzung der E-Portfolio-Initative Berlin-Brandenburge vorgestellt zu bekommen und uns dazu auszutauschen. Die Aufzeichnung der Sitzung ist nun online verfügbar. Nähere Informationen finden Sie hier.

Buchvorstellung “E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf”, Online-Meeting, 09.04.2014

Die ePortfolio-Initative Berlin & Brandenburg lädt zum virtuellen Treffen ein.

Mit E-Portfolios war immer auch die Idee des lebensbegleitenden Lernens verbunden. Dazu gehört, dass das Portfolio über Institutionen und Bildungsbiografische Abschnitte hinweg genutzt werden kann. Diese Idee war ebenfalls ein Grundidee der E-Portfolio-Initative Berlin & Brandenburg (ePiB). Was ist aus dieser Idee in der Praxis geworden?

Um dieser Frage nachzugehen lädt die Initiative
am Mittwoch, den 09. April 2014
um 16:00 Uhr (bis ca. 18:00)
zu einem virtuellen Treffen ein.

Das Thema des Treffens ist die Vorstellung des Buches “E-Portfolio an der Schnittstelle von Studium und Beruf” herausgegeben von Damian Miller, und Benno Volk (Waxmann 2013). Dr. Benno Volk wird das Buch vorstellen und uns für Nachfragen und Diskussion zur Verfügung stehen.
Im Zentrum des Buches steht die Leitfrage: Welche Funktionen muss ein webbasiertes Portfolio im Studium und im Übergang zum Berufsfeld erfüllen, damit es als Mehrwert gegenüber der bisherigen Praxis wahrgenommen wird? Das bedeutet auch: Welche bestehenden Probleme hilft es zu lösen und welchen Anforderungen der Praxis muss es genügen, um von den Akteuren als nützlich und lohnenswert bewertet zu werden? Die Beiträge fokussieren Konzepte und Erfahrungen im Umgang mit E-Portfolios an Hochschulen sowie beim Übergang vom Studium in die Berufstätigkeit.

Über den Link https://webconf.vc.dfn.de/online-meeting könnt Ihr Euch 30 Minuten vor Beginn des Meetings einwählen. Bitte dazu auf den Link klicken und als “Gast” eintreten. Ein kurzes Video inkl. der Erläuterung der Grundfunktionen ist hier abrufbar! Zur besseren Planbarkeit des Treffens, bitten wir sich in diese Liste einzutragen.

Arbeitskreis E-Learning des zki – Tagung zum Thema “E-Portfolios” am 13./14.03.2013 in Koblenz

Vor zwei Wochen war ich im Rahmen der Sitzung des AK E-Learning der ZKI nach Koblenz eingeladen, um dort die E-Portfolio-Initiative Berlin-Brandenburg vorzustellen. Der AK E-Learning hatte diese Sitzung ganz den Thema “E-Portfolio” gewidmet und das Programm der knapp anderthalb Tage umfasste neben einem Mahara-Workshop, inhaltliche Verständigung zum Thema, Erfahrungsberichte (z.B.
eben zur E-Portfolio-Initiative) und Erfahrungsaustausch.  Es hat uns auch gefreut, dass die Initiative für diejenigen, die zum Thema “E-Portfolio” Informationen suchen als Anlaufstelle auffindbar und interessant genug erscheint. Den Bericht zu dieser Arbeitskreissitzung findet sich jetzt auf dem Blog der E-Portfolio-Iniative Berlin-Brandenburg.

Evaluation einer E-Portfolio Veranstaltung (Seminarblog Web 2.0 und Gesellschaft)


Mit viel Verspätung möchte ich noch auf einen Beitrag im Seminar-Blog „Web 2.0 und die Gesellschaft“ von Ilona Buchem eingehen, weil hier Ergebnisse der Abschlussreflexion aus einem Nutzungszenario von E-Portfolios in der Hochschullehre (im vergangenen Wintersemester 2011/2012) veröffentlicht sind – und dass findet leider nicht sehr oft statt. Ilona Buchem macht drei Kategorien auf: Die (negative) Soll-, die (positive) Haben-Seite sowie die Ambivalenzen. Die Darstellung ist knapp, daher möchte ich sie nicht weiter zusammenzufassen, würde mir aber erlauben, meine Quintessenzen zu ziehen:

  • Die praktische Arbeit mit dem Portfolio, die Praxisnähe und Multiperspektivität der Inhalte sowie die neuen Möglichkeiten der Leistungsdarstellung wurden von den Studierenden positiv eingeschätzt. Man kann dies interpretieren als die Ausweitung von Spielräumen. Diese müssen freilich auch genutzt werden – dies scheint aber auch der Fall gewesen zu sein, wie sich auch an den sehr individuell gestalteten  Beispielportfolios im Artikel zeigt. Es steckt vermutlich auch ein gutes Stück Lust am Neuen und am Ausprobieren hinter dem offensichtlichen Motivation, die sich in diesen Portfolios äußert. Wichtig scheint aber zu sein, diese Spielräume beim Einsatz von E-Portfolios gezielt aufzusuchen.
  • Nicht so gut angekommen bei den Studierenden sind anscheinend die Vorgaben hinsichtlich der Themen, Umfang und Struktur der Portfolio-Artikel (die übrigens als WordPress-Blogs umgesetzt wurden). Eine ähnliche Erfahrung habe ich gemacht, als wir im letztem Jahr einem Seminar mit einem Wiki arbeiteten und die Studierenden die Aufgabe hatten, zu einem Thema aus einem Themenpool einen Artikel zu verfassen. Die Form eines wohlstukturierten Wiki-Artikels engt den Spielraum der Studierenden einfach stark ein. Die „kleine Form“ der Wiki-Artikel, Blog-Beiträgen und Lerntagebuch ist ebenfalls nicht einfach zu erschließen. Ein zweiter Minus-Punkt in den Augen der Studierenden ist die Register-Mania für die Nutzung der diversen Web 2.0 Tools, die im Seminar genutzt wurden.

Ebenfalls spannend sind die  „Ambivalenzen“, die festgehalten wurden: Die Debatte um Verbindlichkeit (Anwesenheitspflicht) erinnert mich an die Untersuchung von Neus Capdeferro und Margarida Romero, die feststellten, dass die mangelnde Verbindlichkeit ein wichtiger Grund für entstehenden Frust von TeilneherInnen in kooperativen Szenarien ist.
Aus dieser Interpretation würde ich drei tentative Sclussfolgerungen für Portfolioarbeit ziehen:

  • Das neue Medienformat zu erproben und zu gestalten hat einen gewissen Reiz für Studierende.
  • Die Kombination mit multiperspektivischen, praxisnahen Inhalten ist ebenfalls attraktiv (und kann gut mit der damit verbundenen „Medienkultur“ verknüpft werden).
  • Die inhaltiche Anforderung des „kleinen Textformats“ könnte um weitere mögliche Formate erweitert werden.

Die teils negative Bewertung der Arbeit mit den verschiedenen Web 2.0-Tools und Werkzeugen ist ein weiterer spannender Punkt aus der Evaluation. Welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden könnten, ist mir zur Zeit auch nicht klar. Ich vermute aber, dass diese ambivalenten Statements etwas mit der Art und Weise zu tun haben, wie sich die Studierenden insgesamt in der digitalen Welt bewegen und welches Verhältnis sie dazu haben. Stark vereinfacht kann ich mir hier ein entschärfte Form des Digital Divide als Ursache vorstellen und damit verbunden, dass die Beschäftigung mit (bestimmten Arten und Nutzungsweisen von) digitalen Medien entweder als Pflicht oder Erweiterng der eigenen Handlungsmöglichkeiten empfunden wird.

Nachlese zur Veranstaltung „E-Portfolios in der Hochschulpraxis“

Am vergangenen Donnerstag fand die Veranstaltung „E-Portfolios in der Hochschulpraxis“ im Rahmen der Reihe „Forum eLearning“ statt, die in Kooperation von Hochschulen in Brandenburg seit nunmehr drei Jahren regelmäßig stattfindet.
Zu Gast waren Ivo van den Berk und Michael Karbacher vom ZHW Hamburg, die uns im wesentlichen von drei Szenarien der Einbindung der Portfolioarbeit berichteten, an denen sie in verschiedenen Rollen mitgewirkt haben. Die Folien zum Vortrag hat Michael Karbacher freundlicherweise „zeitnah“ (also in diesem Fall „synchron“) in seinem Blog zur Verfügung gestellt.
Die kurze Umfrage zu Beginn der Veranstaltung, die von ca. 30 Personen besucht wurde, bestätigte meine Einschätzung, des die Verbreitung der Portfolio-Arbeit in Brandenburg nicht bei Null steht, sich jedoch noch auf mehr oder weniger auf vereinzelte Aktivitäten beschränkt. Das Interesse an dem Einsatz, auch dass hat die Veranstaltung gezeigt, wächst aber und es gibt konkrete Ansätze zu hochschulweiten bzw. studiengangsweitem Einsatz.

Ich möchte hier den Vortrag nicht wiederholen, zumal die Veranstaltung aufgezeichnet wurde und demnächst veröffentlicht werden wird. Ich werde stattdessen versuchen, wesentliche Punkte und Gedanken zu den drei Szenarien zu formulieren und ein Resümee zu ziehen, was daraus für den Stand der „E-Portfolio-Bewegung“ abgeleitet werden könnte.

I. Das Beurteilungs- und Studienbegleitungsportfolio der Faculteit der Letteren der Universität Utrecht

Dieses Projekt startete Anfang des letzten Jahrzehnts (2002) und bildet den Studienbegleitungsprozess durch Tutoren, Selbstauskünfte der Studierenden, Selbst- und Fremdeinschätzungen des Studienverlaufs und der Studienplanung ab. Es existiert noch eine Demo-Version im Netz, an der man die Idee dieses Portfoliosystems gut nachvollziehen kann. Das Führen des Portfolios war obligatorisch und wurde als
Einheit zusammen mit der Studienbegleitung durch Tutor(inn)en konzipiert. Ivo berichtete, dass er als Tutor für Beratungsgespräche einen detaillierten Leitfaden zur Verfügung hatte, den er aber für die konkreten Beratungssituationen bald eher als hinderlich empfand. Die TutorInnen tauschten sich über die Einschätzungen der Studienverläufe der Studierenden in regelmäßigen, gemeinsamen Sitzungen aus. Dort wurde auch u.U. darüber entschieden, Studierende zu sanktionieren bzw. zu Gesprächen „vorzuladen“.
Insgesamt scheint mir dieses Projekt gekennzeichnet von

  • dem Zusammengehen von Beratungs- und Portfolio-Prozessen,
  • dem Zusammendenken von Portfolioarbeit und Kompetenzorientierung,
  • der Vermischung von Reflektionsaufgaben, Beurteilungsfunktionen, (Selbst-)Disziplinierungsmechanismen und Effektivitätserwägungen.

Das Projekt wurde 2003 bereits beendet, den Abschlussbericht findet man noch hier.

II. Das eLehr-Portfolio im Studiengang „Master of Higher Education“ (MoHE) des ZHW Uni-HH 

Das E-Portfolio im Studiengang MoHE, der als berufsbegleitende, hochschuldidaktische Weiterbildung für WissenschaftlerInnen konzipiert ist, dient der Reflexion und der Bewertung des Studienverlaufs im Masterstudium.
Theoretischer Hintergrund ist einerseits ein Strukturmodell akademischer Lehrkompetenz andererseits ein auf Selbstbestimmung abzielendes didaktisches Konzept in dem der „Handlungszusammenhang von Lernen, Lehren und Bewerten“ (Merkt 2010) durchgängig berücksichtigt wird. Marianne Merkt hat dieses Konzept in einem lesenswerten Artikel in der Medienpädagogik  ausführlich dargestellt. (Merkt, Marianne (2010): Das studienbegleitende eLehrportfolio im «Master of Higher Education»– eine Fallstudie. In: MedienPädagogik, H. Themenheft 18.)

Die wesentlichen Merkmale des MoHE-E-Portfolios sind m.E. nach

  • die konsequente konzeptionelle Integration des E-Portfolio (und der digitalen Medien insgesamt) in das Studiengangkonzept,
  • die Intensität der sozialen Aspekte der Implementation durch Begleitung, Peer-Groups und ergänzende Angebote – einschließlich der „Ressourcen-Frage“,
  • das hier weitere Erfahrungen mit der E-Portfolio-Plattform Mahara im Hochschulkontext gesammelt werden können, die – wie ich meinte heraus zu Hören und zu Lesen – auch nicht durchweg positiv sind,
  • das in dem Konzept und der Implementationsstrategie die Herausforderung thematisiert wird, die Widerstände und Reibungen, die zwangsläufig auftreten müssen, wenn Partizipation, Selbstbestimmung und expansives realisiert werden sollen, produktiv für die Weiterentwicklung der Lehr-/Lernverhältnisse zu nutzen.

III. Das E-Portfolio in OLAT für StudienbeginnerInnen

In die an der UHH im Einsatz befindliche E-Learning-Plattform OLAT wurde in den letzten Monaten ein E-Portfolio Modul integriert, das im Wintersemester 2011/12 erstmal für alle Erstsemester zur Verfügung gestellt werden soll. Die Ziele sind, wie uns Michael Karbacher erläuterte, besserer Informationsfluss, Vernetzung und Sensibilisierung für die Wahrnehmung und Entwicklung der eigenen Kompetenzen im Studium. Das E-Portfolio im OLAT soll dabei als hilfreiches Medium für die Begleitung durch Mentoren, Tutoren und StudienberaterInnen eingesetzt werden. Als reine Funktionserweiterung ist es zunächst auf das aktive Inanspruchnahme durch die Studierenden angelegt, aber die Entwicklungsrichtung zielt auch auf die Einbindung in den interdisziplinären Grundkurs und in Seminaren ab. In OLAT ist auch die neu entwickelte „E-Portfolio-Aufgabe“ aufgenommen worden. Damit können die Kursleiter in der E-Learning-Plattform Aufgaben stellen, die mittels einer E-Portfolio-Seite oder -Mappe bearbeitet werden müssen. Zu dem in Hamburg genutzten Instrumentarium gehören weiterhin Lernjournale / Entwicklungsportfolios auf der Basis von WordPress-Blogs. An der Blog-Technik hängt dann jedoch auch die Frage nach der Veröffentlichung bzw. Publizität von persönlichen Reflexionen und wie solche aus der Sicht von Lehrenden zur Beurteilung herangezogen werden können. Das E-Portfolio in OLAT scheint mir dadurch gekennzeichnet,

  • das es als Option für alle Studierenden verfügbar gemacht wird,
  • dass es zunächst als zusätzliche Funktion eingeführt wird, ohne Integration in spezifische Lehr-/Lernszenarien oder Begleitungsprozesse,
  • dass mit der „Portfolioaufgabe“ eine Einbindung in die E-Learning-Plattform realisiert wird, die m.E. einiges der einstigen „E-Portfolio-Vision“ unterminiert.

Resümee
Seit Beginn der E-Portfolio-Aktivitäten in den DACH-Staaten, die ich nun seit ca. 7 Jahren verfolge haben sich die Erwartungen und Visionen, die einmal mit dem Portfolio verbunden waren stark verändert. Nun ist der „Innovations-Kater“ nach allzu starker Euphorie für diejenigen, die sich länger mit E-Learning beschäftigen, nichts wirklich Neues: Von den „intelligenten tutoriellen Systemen“ über „multimediales Lernen“ und „Learning Communities“ bis zum „E-Learning 2.0“ haben noch (fast) alle neuen Modelle und Systeme die hoffnungsfrohen Erwartungen unterboten. Als Kerngedanken der E-Portfolio-Vision hatte ich stets den lebensbegleitenden Zeithorizont, die Tendenz zur Überschreitung der Grenzen von formellem, informellem und non-formalem Wissens- und Kompetenzerwerb und – besonders wichtig – das Prinzip der „Eignerschaft“ gesehen.
Einerseits befinden wir uns nun in einer Phase, in der E-Portfolio-Systeme und -Szenarien in Hochschulen zunehmend eingebunden werden. Andererseits werden nun Medienfunktionen und Anwendungsszenarien geschaffen, die sich – so wie ich das sehe – den ursprünglichen Ideen zunehmend entwachsen, was natürlich an sich nichts dramatisches ist, es sollte jedoch wahrgenommen und reflektiert werden. Dort, wo E-Portfolio-Ansätze sich die Aufgabe stellen, Lehre und Studium qualitativ weiter zu entwickeln, sind die Themen im Fokus, die sich auch für die Weiterentwicklung der Lehre insgesamt stellen: Partizipation in Bildungsprozessen, Selbstbestimmung und subjektiver Lernsinn in Bildungsinstitutionen und das Spannungsverhältnis zwischen Lernen, Lehren und Beurteilen. Dort, wo diese Ansätze mit Erfolg umgesetzt werden, geht dies nach meiner Beobachtung in der Regel mit erhöhten Aufwand auf allen Seiten, den Mut, neue, unbekannte Wege zu beschreiten und einem Vertrauensvorschuss der Studierenden einher. Dies sind aber Faktoren, die in einem „Regelbetrieb“ von E-Portfolios in Hochschulen wohl nicht aufrecht erhalten werden können.
Für mich stellt sich daher die Frage neu, was in den geschilderten Ansätzen (und in der E-Portfolio-Praxis im allgemeinen), die ganz spezifischen, an das E-Portfolio als technisches System und als Kernkonzept eines Lehr-/Lernarrangements gebundenen Merkmale, Vorgehensweisen und Prozesse sind.